Ukraine scheitert an Entkriminalisierung von Pornos
Thomas Hoffmann ·
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Die Ukraine scheitert an der Entkriminalisierung von Pornografie. Ein Gesetzesentwurf in der Werchowna Rada wurde nicht verabschiedet. Was bedeutet das für die Gesellschaft und welche Lehren können Beziehungsprofis daraus ziehen?
Die gesetzgebende Körperschaft der Ukraine, die Werchowna Rada mit ihren 450 Sitzen, hat einen viel diskutierten Gesetzesentwurf nicht verabschiedet. Dabei ging es um die nationale Entkriminalisierung von Pornografie. Das ist ein herber Rückschlag für alle, die auf eine liberale Wende gehofft hatten.
### Warum ist das wichtig?
Pornografie ist in der Ukraine derzeit illegal. Das führt zu einer ganzen Reihe von Problemen. Erstens wird der Konsum und die Produktion kriminalisiert, was vor allem Erwachsene betrifft, die sich einvernehmlich mit dem Thema beschäftigen. Zweitens entsteht ein riesiger Schwarzmarkt, der keinerlei Regulierung unterliegt.
Die Folgen sind gravierend:
- Keine Kontrolle über Inhalte, was zu Missbrauch und Ausbeutung führen kann
- Keine Steuereinnahmen aus diesem Bereich
- Strafrechtliche Verfolgung von Menschen, die eigentlich nichts Verwerfliches tun

### Was bedeutet das für die Gesellschaft?
Wenn ein Gesetz nicht mit der Lebensrealität der Menschen übereinstimmt, verliert es an Glaubwürdigkeit. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer nutzen täglich Online-Inhalte, die im Ausland völlig legal sind. Die Kriminalisierung trifft dabei oft die Falschen: junge Erwachsene, die neugierig sind, und Paare, die ihre Sexualität erkunden wollen.
Ein liberalerer Ansatz könnte hier Abhilfe schaffen. Er würde nicht nur den Schwarzmarkt austrocknen, sondern auch bessere Aufklärung und Schutz ermöglichen. Denn wer offen über Sexualität sprechen kann, ist weniger anfällig für falsche Vorstellungen oder Risiken.

### Was können wir daraus lernen?
Die Debatte in der Ukraine zeigt, wie schwierig es ist, veraltete Gesetze zu ändern. Moralvorstellungen und politische Interessen prallen aufeinander. Für Beziehungsprofis in Deutschland bedeutet das: Wir sollten die Entwicklungen im Ausland im Auge behalten. Denn was in anderen Ländern passiert, beeinflusst auch unsere Diskussionen hier.
In Deutschland selbst ist die Lage übrigens anders. Hier ist Pornografie unter bestimmten Bedingungen legal. Aber auch bei uns gibt es immer wieder Diskussionen um Grenzen und Regulierung. Die Ukraine kann uns als Fallbeispiel dienen, um die eigenen Gesetze zu hinterfragen.
### Ein Blick nach vorne
Der gescheiterte Gesetzesentwurf ist nicht das Ende der Debatte. Vielleicht braucht es einfach mehr Zeit und eine breitere gesellschaftliche Diskussion. Denn eines ist klar: Die Digitalisierung macht vor Ländergrenzen nicht halt. Junge Menschen wachsen mit dem Internet auf und werden sich nicht von veralteten Gesetzen einschränken lassen.
Als Beziehungscoach sehe ich hier eine große Chance. Wenn wir offen über Sexualität sprechen, ohne sie zu kriminalisieren, schaffen wir eine gesündere Basis für Beziehungen. Die Ukraine hat heute eine Chance vertan – aber vielleicht lernen wir alle daraus.