US-Senat will OnlyFans und Pornografie bekämpfen

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US-Senat will OnlyFans und Pornografie bekämpfen

US-Senator Jim Banks fordert eine härtere Gangart gegen OnlyFans und andere Plattformen, die seiner Ansicht nach gegen Obszönitätsgesetze verstoßen. Was der Vorstoß für die Erwachsenenunterhaltungsbranche bedeutet – und warum er in Deutschland Wellen schlagen könnte.

Ein konservativer Senator aus den USA sorgt für Aufsehen: Jim Banks, Republikaner aus Indiana, hat einen Brief an das US-Justizministerium und den amtierenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche geschickt. Darin fordert er ein härteres Vorgehen gegen "Obszönität" – und nimmt dabei vor allem die Plattform OnlyFans ins Visier. Was steckt hinter diesem Vorstoß, und welche Auswirkungen könnte er auf die Erwachsenenunterhaltungsbranche haben? ### Der Vorstoß von Senator Jim Banks Senator Banks argumentiert, dass die aktuelle Regierung unter Donald Trump die Aufgabe habe, "die Öffentlichkeit vor obszönem Material zu schützen". Er verlangt die Wiedereinsetzung einer Task Force, die sich speziell mit solchen Inhalten befasst. Diese Einheit war während der Trump-Administration bereits aktiv, wurde aber unter Präsident Joe Biden aufgelöst. Banks sieht in OnlyFans einen zentralen Akteur, der "systematisch gegen geltende Gesetze verstößt". Die Plattform OnlyFans hat sich in den letzten Jahren zu einem Milliardenunternehmen entwickelt. Millionen von Content-Erstellern nutzen sie, um exklusive Inhalte – oft pornografischer Natur – gegen Bezahlung anzubieten. Für viele Menschen in Deutschland und Europa ist OnlyFans eine Einnahmequelle, aber auch ein Symbol für die Herausforderungen der digitalen Erwachsenenunterhaltung. ### Was bedeutet "Obszönität" rechtlich? Der Begriff "Obszönität" ist im US-Recht eng definiert. Nach dem Miller-Test aus dem Jahr 1973 gilt ein Werk als obszön, wenn es drei Kriterien erfüllt: - Es appelliert an ein "schamlos sexuelles Interesse" nach lokalen Gemeinschaftsstandards. - Es stellt sexuelles Verhalten in eindeutiger, anstößiger Weise dar. - Es hat keinen ernsthaften literarischen, künstlerischen, politischen oder wissenschaftlichen Wert. Nur wenn alle drei Punkte zutreffen, kann Material strafrechtlich verfolgt werden. In der Praxis ist das aber extrem selten. Die meisten pornografischen Inhalte sind durch das Erste Verfassungszusatz (Meinungsfreiheit) geschützt. Senator Banks will diese Grauzone nun offenbar enger fassen. ### Auswirkungen auf die Branche in Deutschland Auch wenn der Vorstoß aus den USA kommt, könnte er Wellen bis nach Deutschland schlagen. Deutsche Plattformen und Content-Ersteller, die auf OnlyFans aktiv sind, müssten sich im schlimmsten Fall auf neue Regulierungen einstellen. Die Europäische Union hat bereits mit dem Digital Services Act (DSA) schärfere Regeln für Online-Plattformen erlassen. Ein US-Vorgehen gegen OnlyFans könnte als Vorbild für ähnliche Maßnahmen in Europa dienen. Bisher ist unklar, wie das US-Justizministerium auf den Brief reagieren wird. Experten halten eine sofortige Wiedereinsetzung der Task Force für unwahrscheinlich. Dafür müsste der Kongress neue Gesetze verabschieden – und das ist in der polarisierten politischen Landschaft der USA schwierig. ### Fazit: Mehr Show als Substanz? Der Vorstoß von Senator Banks ist sicherlich ein Signal an seine konservative Wählerbasis. Ob er tatsächlich zu einer härteren Gangart gegen OnlyFans führt, bleibt abzuwarten. Die rechtlichen Hürden sind hoch, und die Meinungsfreiheit ist in den USA stark geschützt. Für die Branche ist es dennoch ein Weckruf: Das Geschäft mit Erwachseneninhalten wird zunehmend politisiert. Plattformen wie OnlyFans müssen sich auf mehr Kontrollen und Regulierung einstellen – nicht nur in den USA, sondern weltweit. Für Verbraucher in Deutschland heißt das: Genießen Sie Ihre Inhalte bewusst, aber rechnen Sie damit, dass die Diskussion um Obszönität und Jugendschutz weitergehen wird. Die Frage, wo die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und schädlichem Material liegt, bleibt komplex. Und sie wird uns noch lange beschäftigen.